Zum Inhalt springen

Hausnotruf beantragen: So sicherst du dir den Zuschuss der Pflegekasse

Ein Sturz in der Wohnung, plötzliches Unwohlsein, das Telefon außer Reichweite – für Menschen, die allein leben, kann so ein Moment schnell bedrohlich werden. Ein Hausnotruf schafft hier ein Stück Sicherheit: Auf Knopfdruck ist rund um die Uhr jemand erreichbar. Das Beste daran: Bei einem anerkannten Pflegegrad beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten. In diesem Ratgeber erfährst du, wie ein Hausnotruf funktioniert, welche Voraussetzungen für den Zuschuss gelten und wie du den Antrag Schritt für Schritt stellst. Hinweis vorab: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung im Einzelfall.

Heartly-Redaktion 6 Min. Lesezeit Aktualisiert 4.7.2026

Informationszweck, keine Rechts- oder Medizinberatung.

Illustration: Angehörige und ältere Person füllen am Tisch den Antrag auf einen Hausnotruf bei der Pflegekasse aus.
Inhalt · 7 Abschnitte
  1. 1.Was ist ein Hausnotruf – und wie funktioniert er?
  2. 2.Für wen lohnt sich ein Hausnotruf?
  3. 3.Voraussetzungen für den Zuschuss der Pflegekasse
  4. 4.Wie hoch ist der Zuschuss – und was kostet ein Hausnotruf?
  5. 5.Schritt für Schritt: Hausnotruf beantragen
  6. 6.Den richtigen Anbieter wählen
  7. 7.Kein Pflegegrad? Diese Möglichkeiten hast du trotzdem

Was ist ein Hausnotruf – und wie funktioniert er?

Ein Hausnotruf ist ein einfaches, aber wirkungsvolles System, mit dem sich Menschen im Notfall per Knopfdruck Hilfe holen können. Kernstück ist ein kleiner Sender, den man als Armband oder als Kette am Körper trägt. Wird der Knopf gedrückt, baut ein Basisgerät in der Wohnung automatisch eine Sprechverbindung zu einer Notrufzentrale auf – und das rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche.

In der Zentrale sitzen geschulte Mitarbeitende, die sich sofort melden, die Situation einschätzen und die passende Hilfe organisieren. Je nach Lage benachrichtigen sie eine hinterlegte Kontaktperson aus der Nachbarschaft oder Familie, schicken einen Bereitschaftsdienst vorbei oder alarmieren den Rettungsdienst.

Damit im Ernstfall schnell alles passt, werden bei der Einrichtung wichtige Informationen hinterlegt: Vorerkrankungen, Medikamente, Ansprechpartner und oft auch, wo ein Wohnungsschlüssel deponiert ist. So kann Hilfe kommen, ohne dass die Tür aufgebrochen werden muss.

Für wen lohnt sich ein Hausnotruf?

Ein Hausnotruf richtet sich vor allem an Menschen, die viel Zeit allein verbringen und bei denen ein erhöhtes Risiko für Stürze oder gesundheitliche Notlagen besteht. Der Gedanke dahinter: Wer im Notfall nicht selbst zum Telefon kommt, soll trotzdem schnell jemanden erreichen können.

Typische Situationen, in denen ein Hausnotruf sinnvoll sein kann:

  • Ältere Menschen, die allein leben oder tagsüber viele Stunden allein sind
  • Personen mit Gleichgewichtsproblemen, Schwindel oder erhöhtem Sturzrisiko
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Diabetes
  • Angehörige, die trotz Berufstätigkeit oder Entfernung ein sicheres Gefühl brauchen

Voraussetzungen für den Zuschuss der Pflegekasse

Der Hausnotruf zählt sozialrechtlich zu den technischen Pflegehilfsmitteln. Die Beteiligung der Pflegekasse stützt sich auf § 40 SGB XI. Damit die Kasse sich an den Kosten beteiligt, müssen in der Regel mehrere Bedingungen zusammenkommen.

Erstens ist ein anerkannter Pflegegrad nötig – oft reicht bereits Pflegegrad 1. Zweitens spielt die Wohnsituation eine zentrale Rolle: Die Pflegekasse geht davon aus, dass ein Hausnotruf vor allem für Menschen gedacht ist, die überwiegend allein leben und im Notfall nicht sofort auf eine andere Person zurückgreifen können. Auch wer mit jemandem zusammenlebt, der im Ernstfall selbst nicht helfen könnte, kann die Voraussetzungen erfüllen.

Ob die Voraussetzungen in deinem konkreten Fall erfüllt sind, entscheidet immer die Pflegekasse. Kläre die Details deshalb direkt mit deiner Kasse – die genauen Kriterien können je nach Kasse und Einzelfall unterschiedlich bewertet werden.

Wie hoch ist der Zuschuss – und was kostet ein Hausnotruf?

Sind die Voraussetzungen erfüllt, übernimmt die Pflegekasse einen monatlichen Pauschalbetrag für die Grundausstattung eines Hausnotrufs. Häufig genannt wird ein Zuschuss von rund 25,50 Euro pro Monat sowie eine Beteiligung an den einmaligen Anschluss- oder Installationskosten (Stand 2025/2026 – bitte unbedingt bei deiner Pflegekasse prüfen, da sich Beträge ändern können).

Wichtig zu wissen: Der Zuschuss deckt die Basisleistung ab, also das Grundgerät mit Notrufknopf und die Anbindung an die Notrufzentrale. Wählst du ein günstiges Basispaket, kann der Eigenanteil dadurch sehr gering ausfallen oder sogar ganz entfallen.

Zusatzleistungen sind dagegen meist selbst zu tragen. Dazu gehören zum Beispiel ein Schlüsseldepot beim Anbieter, ein automatischer Sturzsensor, regelmäßige Kontrollanrufe oder GPS-Modelle für unterwegs. Diese Extras können den monatlichen Preis deutlich erhöhen – prüfe deshalb genau, was du wirklich brauchst.

Schritt für Schritt: Hausnotruf beantragen

Der Antrag ist unkomplizierter, als viele denken. In den meisten Fällen unterstützt dich der Hausnotruf-Anbieter bei den Formalitäten. So gehst du vor:

  • Anbieter auswählen und ein Angebot für das gewünschte Paket einholen
  • Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse stellen – viele Anbieter stellen das Formular bereit oder übernehmen die Einreichung für dich
  • Pflegegrad und Wohnsituation nachweisen (die Kasse gleicht die Voraussetzungen ab)
  • Bewilligung abwarten – erst danach entsteht der Anspruch auf den Zuschuss
  • Gerät installieren lassen und die Notfalldaten sowie Kontaktpersonen hinterlegen
  • Funktion in Ruhe testen: Ein Probe-Notruf zeigt, ob alles zuverlässig ankommt

Den richtigen Anbieter wählen

Hausnotruf-Systeme werden von zahlreichen Wohlfahrtsverbänden und privaten Firmen angeboten – etwa DRK, Johanniter, Malteser, ASB oder Caritas sowie diverse private Dienstleister. Die Grundleistung ähnelt sich, doch bei Preisen, Vertragslaufzeiten und Zusatzangeboten gibt es spürbare Unterschiede.

Achte beim Vergleich auf ein paar Punkte, die im Alltag den Unterschied machen:

  • Wie schnell und persönlich reagiert die Notrufzentrale, und ist sie wirklich 24/7 besetzt?
  • Wie lange bindet dich der Vertrag, und wie kurz sind die Kündigungsfristen?
  • Welche Zusatzleistungen (Schlüsseldepot, Sturzsensor, Kontrollanrufe) gibt es – und was kosten sie?
  • Fallen Anschluss-, Wartungs- oder Reparaturgebühren an?
  • Gibt es lokale Bereitschaftsdienste vor Ort oder wird der Rettungsdienst gerufen?

Kein Pflegegrad? Diese Möglichkeiten hast du trotzdem

Auch ohne Pflegegrad musst du auf einen Hausnotruf nicht verzichten. Dann trägst du die Kosten in der Regel selbst – die monatlichen Basispakete bewegen sich bei vielen Anbietern in einem überschaubaren Rahmen und lassen sich als Selbstzahler frei buchen.

Wenn du das Gefühl hast, dass Unterstützungsbedarf besteht, kann sich ein Antrag auf einen Pflegegrad ohnehin lohnen – nicht nur wegen des Hausnotrufs, sondern auch für weitere Leistungen der Pflegeversicherung. Eine unabhängige Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist kostenlos und hilft dir, den Überblick zu behalten.

Und noch ein Tipp aus der Praxis: Ein Hausnotruf löst nicht alle Sorgen, aber er ist oft der erste Baustein für ein sicheres Leben zu Hause. Kombiniert mit gut organisierter Unterstützung durch Angehörige und Pflegedienste entsteht daraus ein tragfähiges Netz.

Häufige Fragen

Braucht man für den Hausnotruf-Zuschuss zwingend einen Pflegegrad?

Für die Kostenbeteiligung der Pflegekasse ist in der Regel ein anerkannter Pflegegrad nötig, oft genügt bereits Pflegegrad 1. Ohne Pflegegrad kannst du einen Hausnotruf trotzdem als Selbstzahler nutzen. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet immer deine Pflegekasse.

Wie hoch ist der Zuschuss der Pflegekasse für den Hausnotruf?

Häufig genannt wird ein monatlicher Zuschuss von rund 25,50 Euro für die Grundausstattung, teils zusätzlich eine Beteiligung an den Anschlusskosten (Stand 2025/2026 – bitte bei deiner Pflegekasse prüfen). Der genaue Betrag kann sich ändern, deshalb ist die direkte Nachfrage bei der Kasse wichtig.

Muss ich allein leben, um Anspruch auf den Zuschuss zu haben?

Die Pflegekasse setzt in der Regel voraus, dass du überwiegend allein lebst oder im Notfall nicht sofort auf eine andere Person zurückgreifen kannst. Auch wenn eine im Haushalt lebende Person im Ernstfall nicht helfen könnte, können die Voraussetzungen erfüllt sein. Die Bewertung nimmt die Kasse im Einzelfall vor.

Wie stelle ich den Antrag auf einen Hausnotruf?

Meist läuft der Antrag über den gewählten Anbieter, der dir das Formular bereitstellt oder die Einreichung bei der Pflegekasse übernimmt. Du weist Pflegegrad und Wohnsituation nach, wartest die Bewilligung ab und lässt das Gerät danach installieren. Wichtig: Erst nach der Bewilligung besteht der Anspruch auf den Zuschuss.

Welche Zusatzkosten kommen auf mich zu?

Der Zuschuss deckt die Basisleistung ab. Extras wie Schlüsseldepot, Sturzsensor, regelmäßige Kontrollanrufe oder mobile GPS-Geräte sind meist selbst zu zahlen und erhöhen den monatlichen Preis. Vergleiche die Pakete deshalb genau und wähle nur die Leistungen, die du wirklich benötigst.

Pflege-Wissen wie dieses direkt ins Postfach?

1× pro Woche das Wichtigste zu Pflegegrad, Leistungen und Fristen. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Kein Spam · Jederzeit abbestellbar · Keine Weitergabe

Passendes Werkzeug

Leistungsrechner

Sehen, welche Leistungen bei Ihrem Pflegegrad zustehen.

Kostenlos testen

Die ganze Pflege an einem Ort1 Monat kostenlos.

Heartly bündelt Dokumente, Termine, Medikamente und Notizen für die ganze Familie – und du hältst alles per Sprache fest, statt zu tippen.

  • 1 Monat kostenlos testen
  • Ohne Kreditkarte
  • Jederzeit kündbar
1 Monat kostenlos testen Pflege einfach per Sprache dokumentieren

Dieser Text wurde mit KI erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft. Er ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder pflegefachliche Beratung. Verbindlich ist immer der Bescheid deiner Pflegekasse.